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Ev.-ref. Kirche des Kantons Freiburg

Laeticia Buchs

Neuigkeiten aus der kantonalen Fachstelle Jugend

2021_07_09_17_40_17_406 (Foto: Hansjürg Hoffman)

Ensemble sur les crêtes: Was für ein Projekt! Was für ein Lager!
Knapp 30 junge Erwachsene im Alter zwischen 17 und 30 Jahren (darunter acht aus dem Kanton Freiburg) nahmen an diesem interkantonalen Lager teil. Sie wanderten fünf Tage lang auf der Jurakrete und verbrachten vier Nächte unter den Sternen. Sie haben eine Reise voller Überraschungen und Begegnungen gewagt und die Gelegenheit wargenommen, über die eigenen Grenzen hinauszugehen, spirituellen Austausch zu erleben und gemeinsam Spass zu haben! Das Lager war ein Projekt der Jugendfachstellen der reformierten Kirchen der Kantone Freiburg, Waadt, Genf, Neuchâtel und Bern-Jura.



Gemeinsam in die Höhe
(Erfahrungsbericht. Text von Emily von Stetten, mit Aussagen weiterer Jugendlichen)

Gemeinsam machten wir – Junge und weniger Junge aus verschiedenen Gegenden der französischen Schweiz – uns mit all unserer Individualität Anfang Juli auf, um von St-Croix bis nach Neuenburg einen Teil der Jurahöhen zu erwandern.

Der erste Marsch wurde durch ein Speed-Dating mit originellen Fragen aufgelockert: «Was würdest du auf der Welt verändern, wenn du einen Zauberstab hättest?», «woran denkst du beim Wort ‹gemeinsam›?» oder «ist deine Spiritualität eine Bereicherung oder voller Fragezeichen?» Schon auf den ersten Schritten kam es so zu erbaulichen und tiefgründigen Überlegungen. Nachdem wir unser Camp geschützt vor neugierigen und gefrässigen jungen Kühen aufgeschlagen hatten, genossen wir unser erstes ausgewogenes Abendessen: Ratatouille, Cordon bleu mit einer vegetarischen und glutenfreien Variante sowie schmackhaften Ebly. Ein ideales Gericht, um uns vor der ersten Übernachtung im Zelt an den Hängen des Chasseral zu stärken.

An jenem Abend kündigte die Bibellesung am Lagerfeuer unter sternenklarem Himmel den Charakter der weiteren Tage an. Und da der Leib «ja nicht aus einem Glied, sondern aus vielen» besteht (1. Korinther, 12.14), lernte sich unsere Gruppe im Geiste des Teilens und der Gemeinschaft kennen. Unser Gepäck war voller jugendlicher Energie, die uns ermutigte, freundschaftliche Beziehungen zu knüpfen und uns in physischen sowie auch psychischen Landschaften in Bewegung zu setzen. Denn die Höhen, auf deren Erkundung wir uns machten, waren auch diejenigen unseres eigenen Lebens, die oft schwanken zwischen Bangen und Hinterfragen.

Über Wanderwege, Weiden, Ebenen und durch Wälder, unter sintflutartigen Regenfällen und bisweilen auch einer zaghaft tröstenden Sonne, begleitet vom Echo plötzlicher morgendlicher Gewitter über dem Creux-du-Van, durften wir die Wort aus dem Korintherbrief intensiv erleben und in die Praxis umsetzen: Auf dass «es im Leib nicht zu einem Zwiespalt komme, sondern die Glieder in gleicher Weise füreinander besorgt seien» (1. Korinther, 12.25).
Mit der Freude am Wandern konnte das Camp zu einem Wiederaufleben, zu einer Neuentdeckung von Gefühlen, Emotionen und eines Teils von uns selbst werden, den wir im Nebel unserer erschütterten Welt für verloren geglaubt hatten, der aber letztlich das tiefste Wesen der menschlichen Natur bildet: Gemeinschaftssinn.

Unsere – laut einigen tapferen Wandernden einzigartige und regenerierende – Tour begründete somit eine Reise hin zu sonnigen Horizonten voller Ideen und Hoffnung. Beim Marschieren, während den Verschnaufpausen und bei den Besichtigungen – der Kirche Valangines, des Stadtzentrums und des Centre Dürrenmatt in Neuenburg sowie des beliebten botanischen Gartens – durften wir Worte, Lachen, Gesang, Stille, Gebet und Zeichen von Zuneigung miteinander teilen. Am letzten Abend beschrieben wir damit farbige Stofffetzen, die anschliessend zu einer Kreation zusammengesetzt wurden, welche das Gemeinsame unserer unterschiedlichen, aber geeinten Individuen darstellte. Diese Perlenkette von Fürbitten und offenen Botschaften, die sich an die Welt und an dich richten, blieb beim Temple du Bas im Zentrum von Neuenburg zurück. Inzwischen wurde sie von Wind und Wetter weggetragen – vielleicht ein Aufruf zur Erneuerung unseres Austauschs?

Denn heute hat unser Weg erst begonnen. Fern am Horizont vom November 2022 zeichnet sich bereits ein FESTIVAL ab. Es soll die Herzen erwärmen und den Geist einer Jugend voller Ideen und verschiedenster Farben, die den Reichtum des Lebens in seiner ganzen Vielfalt ausmachen, neu beleben.

Gemeinsam sind wir lebendig.
Also, schliesse dich uns an, wir erwarten dich.

Hansjürg Hofmann
Fachstelle Jugend

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