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Ev.-ref. Kirche des Kantons Freiburg

Jolande Roh

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Ein symbolisches Datum
Es ist ein symbolisches Datum das die Reformation in einen nicht mehr rückgängig machenden Weg leitete und die Reformationsbewegung aus Deutschland im 16. Jhd in die ganze Welt trägt. Das deutsche Parlament hat den 31. Oktober 2017 zu einem arbeitsfreien Tag erklärt. Das bestätigt die Wichtigkeit der Reformation für die europäische Gesellschaft.

Ein Apero fürs Jubiläum
Im Oktober 2013 haben sich die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) und der Schweizerische evangelische Kirchenbund (SEK) die Köpfe zusammengesteckt und einen internationalen Kongress zum Reformationsjubiläum in Zürich organisiert. Dieser Auftakt hat auch Themen problematisiert. Eine sehr geglückte Aussage war : « Die Reformation ist Weltbürgerin ». Diese weltweite Dimension der Reformation ist mit dessen Beitrag zur Kultur, Politik und Gesellschaft unumgänglich und hat bleibende gute Konsequenzen mit sich gebracht.

Dankbarkeit und Aufforderung, am Ball zu bleiben
Für die protestantischen Kirchen sicher, aber eigentlich auch für alle Kirchen, ist das sich eröffnende Jubiläum im Oktober 2016 ein intensives Kirchenjahr und eine Möglichkeit, sich an die reformierten Grundsätze zu erinnern und zu orientieren. Es ist eine geschenkte Zeit sich darüber Gedanken zu machen und aus dessen Grundsätze Lebensinhalte zu finden. Viele Herausforderungen und aktuelle Themen sind damit verbunden : die interprotestantische Vielfalt, die stagnierende Ökumene, die Postmoderne und der Hyperindividualismus als mögliches Ergebnis und Herausforderung eines bestimmten Protestantismus, die individuelle und kirchliche Verantwortung gegenüber grossen gesellschaftlichen Fragen: können die Inspirationen der Reformatoren zur Orientierung bei Fragen der Ökologie, der Identitätskonflikte, der religiösen Ignoranz, der globalisierten Wirtschaft, helfen ? Der Religionsunterricht ist eine reformatorische Idee, wie aber heute protestantische Religionskultur in einer interreligiösen Welt und bei so viel religiöser Gleichgültigkeit und Beliebigkeit weiterentwickeln? Es gibt viele spannende Aufgaben zu lösen und mit reformatorischem Gedankengut zu verknüpfen. Das Reformationsjubiläum hat nicht den Anspruch, auf alle Fragen Lösungen zu bieten, aber es ist ein Ansporn zur Vertiefung und zur Aneignung, zu einer Dynamik, einiges auslösen zu können, im Gespräch und Leben miteinander.
Die ERKF engagiert sich in diesem Jubiläum, auf allen Ebenen. Die Kantonalkirche kann eine Unterstützung bieten, sie ist aber vor allem ein Ort der Vernetzung und des Austausches von Projekten, Gedanken und Überlegungen, Gottesdienste und Predigten, Unterrichtsmaterial. Das Reformationsjubiläum ist eine Möglichkeit, Kirchgemeinden, Amtsträger, Jugendliche, Räte, usw miteinander in Kontakt zu bringen.

Der IKEA-Bleistift ist gratis … und was sonst noch ?
Das Herzstück des reformatorischen Glaubens ist die Gnade Gottes. Diese kostenlose Gnade hört sich sehr provokativ in einer konsumfrenetischen Welt an. Wir feiern und jubilieren nicht wegen einer Kirchentrennung, sondern wegen des gnädigen Gottes, den wir immer neu in Jesus-Christus entdecken und erleben können. Und dies zur alleinigen Ehre Gottes.

Pfr. Martin Burkhard
Synodalrat, Ressort Leben der Kantonalkirche und Theologie