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Ev.-ref. Kirche des Kantons Freiburg

Jolande Roh

Stellungnahme der Evang.-Ref. Kirche des Kantons Freiburg und des Bischofsvikariats Deutschfreiburg

 <div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-fr.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>490</div><div class='bid' style='display:none;'>2328</div><div class='usr' style='display:none;'>4</div>

betreffend beabsichtigter Schaffung einer Bürgerwehr durch die
„Interessengemeinschaft / IG Guglera“
In Medienberichten vom 18. Februar 2017 (Freiburger Nachrichten) und 21. Februar 2017 (La
Liberté) wird darüber orientiert, dass die „IG Guglera“ beabsichtige, eine Bürgerwehr ins Leben zu
rufen. Ziel sei es, Schutz zu bieten vor Asylsuchenden, die im geplanten Bundesasylzentrum
„Guglera“ in Giffers untergebracht werden sollen.

Die Verantwortlichen der Evang.-Ref. Kirche des Kantons Freiburg und des Bischofsvikariats
Deutschfreiburgs haben diese Ankündigung mit Besorgnis zur Kenntnis genommen und lehnen
dieses Vorgehen ab.

Es gilt einerseits als Grundsatz festzuhalten, dass die Verantwortung für die Sicherheit der
Bürger/innen unseres Landes durch verfassungsmässigen Auftrag ausschliesslich beim Staat
liegt. Diese staatliche Funktion soll nicht durch private Initiativen hintergangen werden.

Wir stellen andererseits fest, dass durch diese Ankündigung ein Klima des Misstrauens und der
Angst geschaffen wird. Dies kann zur Lösung der drängenden Fragen und Herausforderungen im
Migrationsbereich nicht als hilfreich und zielführend betrachtet werden. Die Erfahrungen mit
anderen Bundeszentren für Asylsuchende in der Schweiz zeigen, dass mit vernünftigen und
menschenorientierten Massnahmen die Sicherheit sowohl der Menschen, die vorübergehend in
einem Asylzentrum weilen, wie auch der Anwohner/innen durchaus gewährleistet werden kann.
Die Ängste von Anwohner/innen nehmen wir wahr, aber sind auch überzeugt, dass diese durch
den Austausch und die Begegnung abgebaut werden können.

Es ist die Pflicht eines jeden Menschen, die Rechte und Würde des Nächsten zu bewahren. Im
Besonderen ist es der Auftrag der Kirchen, ihre Stimme als Wächterin christlicher Grundwerte in
der Gesellschaft zu erheben. Zu diesen Grundwerten zählen insbesondere die Unterstützung und
der Einsatz zugunsten der schwachen und benachteiligten Mitglieder unserer Gesellschaft. Sie
werden durch Tendenzen der Abschottung und der Ablehnung des Fremden ernsthaft in Frage
gestellt.

Wir freuen uns darüber, dass in den letzten Monaten vielerorts Initiativen und Gruppen gewachsen
sind, die sich im Sinne des Evangeliums für die Menschen auf der Flucht und der Suche nach
einem menschenwürdigen Leben einsetzen und so konkrete Friedensarbeit leisten. Wir danken
allen diesen Gruppen für ihren Einsatz und ihr Engagement.

Freiburg und Murten, den 22. Februar 2017

Für das Bischofsvikariat Deutschfreiburg
Mgr Alain de Raemy
Bischofsvikar

Für die Evang.-Ref. Kirche des Kantons Freiburg
Pfr. Pierre-Philippe Blaser
Präsident des Synodalrates

Pfr. Andreas Hess
Synodalrat / Ressort «Diakonie»