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Ev.-ref. Kirche des Kantons Freiburg

Jolande Roh

Pressemitteilung der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Freiburg vom 12. Dezember 2018

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Synode der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Freiburg (ERKF) vom 5. Dezember 2018 in Grangeneuve.
Neue Synodalrätin
Die Evangelisch-Reformierte Kirche des Kantons Freiburg (ERKF) hat eine neue Synodalrätin. Am selben Tag, als auch die Regierung der Eidgenossenschaft mit zwei neuen Bundesrätinnen etwas weiblicher geworden ist, wählte die Synode am Mittwoch,
5. Dezember, in Grangeneuve Pfarrerin Katrin Bardet in die Kirchenexekutive. Sie ersetzt im Synodalrat Pfarrer Andreas Hess aus Merlach, der auf Anfang 2019 das Amt als Seelsorger im Bundesasylzentrum Guglera antreten wird. Die Wahl war einstimmig.

Katrin Bardet aus Ferenbalm ist 50 Jahre alt. Sie betonte in ihrer Amtsantrittsrede, dass sie mithelfen wolle, Brücken zu bauen und freue sich auf ihr Amt: „Ein Exekutivamt kann eine interessante Perspektive für meine Leben sein.“ Die Vizepräsidentin der Kirchgemeinde Ferenbalm, Sonja Schmid, hatte für Frau Bardet mit den Worten geworben: „Unsere Pfarrerin ist eine beliebte, aufgestellte, motivierte Persönlichkeit und hat mit ihrem Wirken in unserer Kirchgemeinde viel Positives bewirkt.“ Die Kirchgemeinde mit Mitgliedern beiderseits der Kanton-Grenze sehe mit der Wahl von Frau Bardet die Möglichkeit, die Beziehungen zur Freiburgischen Kirche zu stärken.


Das Budget
Die Synode hiess den Voranschlag 2019 der Synodalkasse gut, der bei einem Gesamtaufwand von 2,51 Millionen Franken ein leichtes Minus von rund 30'700 Franken vorsieht. Die für die Finanzen zuständige Synodalrätin Anne-Elisabeth Nobs betonte, dass die Reserven das Defizit ohne Weiteres decken könnten. Ausserdem gehe sie davon aus, dass die Jahresrechnung 2019 besser aussehen werde. Der Ertrag nahm gegenüber dem Budget 2018 um 1,1% oder 52'000 Franken zu, der Aufwand stieg um rund 2,2% oder 54'000 Franken. Mehrkosten entstehen durch die Einrichtung der Seelsorgestelle im Bundesasylzentrum Guglera. Hinzu kommt ein neues 18-monatiges Praktikum für eine Pfarrvikarin in der Kirchgemeinde Freiburg.

Umstritten war in der Budgetdebatte lediglich der Beitrag über 10'000 Franken für die Teilnahme an die Berufsmesse Start 2019 in Freiburg. Aufgrund der schweren Messbarkeit des Nutzens dieser Berufsmesse wollten einige Synodale den Beitrag kürzen. Die Kirche müsse sich den jungen Menschen als attraktiver Arbeitgeber mit interessanten Berufen wie Pfarrer oder Diakon präsentieren. Mit einem ausführlichen Exkurs beleuchtete Synodalrat Andreas Hess die strategischen Hintergründe des Engagements der Kantonalkirche. Projektionen zeigen, dass die Zahl der pensionierten Pfarrpersonen gegenüber den neuordinierten in den nächsten Jahren immer stärker auseinander klaffen wird. Schweizweit werden jedes Jahr bis zu 100 Pfarrpersonen in den Ruhestand treten, der Nachwuchs kann diese Abgänge nicht ausgleichen. Der Peak wird für 2030 erwartet. Der Trend zur Teilzeitarbeit erhöht den Bedarf an Berufseinsteigern zusätzlich. Zwar werden Massnahmen ergriffen, so Hess, doch es brauche weitere Ansätze. Deshalb sei es wichtig, junge Menschen und Quereinsteiger zu einem Theologiestudium zu bewegen. OS-Schülerinnen und OS-Schüler, denen die Kirche ein positives, zeitgemässes Bild eines vielseitigen, lebensnahen und attraktiven Theologiestudiums und Pfarrberufs vermitteln könne, seien eine grosse Hoffnung. Allerdings sei der direkte Nutzen der Messe tatsächlich kaum messbar. „Klar ist nur: Man muss säen und dann hoffen, dass irgendwann etwas wächst.“ Die Synode beschloss, den Beitrag wie geplant beizubehalten.

Fritz Schertenleib, Präsident der Finanzkommission, hob mehr als nur einen Mahnfinger. In Zukunft wird es notwendig sein, die Ausgaben einzufrieren, wenn nicht gar zu senken.

Ein neues Fondsreglement
Im Nachgang der Budgetdebatte führte die Synode die erste Lesung des neuen Fondsreglements durch. Dieses klärt die Art der Finanzierung, die Kompetenzen und die Buchführung sowie die Verwendung der dafür vorgesehenen Mittel.
Während der Debatte lehnte die Synode einen Antrag ab, der einen neuen Fonds für die Unterstützung von Kirchgemeinden im Zusammenhang mit der energetischen Sanierung von Liegenschaften vorsah. Die Initianten hatten ihren Vorstoss mit der Notwendigkeit eines Zeichens der Kirche gegen die Klimaerwärmung begründet. Die Mehrheit und der Synodalrat argumentierten mit der intensiven Unterstützung, die schon der Kanton für Massnahmen zugunsten der Reduktion des Energieverbrauchs und der Förderung erneuerbarer Energieträger bereitstellt.

Divers
Die Synode nutzte die Gelegenheit, die in Pension gehende Pfarrerin Christina von Roedern (Murten), seit 2004 Mitglied der Ordinationskommission und seit 2010 deren Präsidentin, zu verabschieden. Sie habe mit Charme, Geschick und Menschlichkeit, sowie mit Dossierkenntnis und Engagement das Schiff der Kommission auch durch bewegte Wasser freundlich gesteuert und manche Woge geglättet, hielt Vizepräsidentin Brigitte Widmer (Murten) fest. Ihre Ruhe, klare Sprache und ihre Besonnenheit seien von Roederns besondere Stärken, bestätigte Pierre-Alain Sydler (Kerzers), Präsident der Synode. Er verdankte die scheidende Kommissionspräsidentin.

Ebenfalls verabschiedet wurde Pfarrer Andreas Hess, der seit 2012 Mitglied des Synodalrates war und diesen nun verlässt. Synodalratspräsident Pierre-Philippe Blaser würdigte Hess‘ klare Stellungnahmen und Positionen, seine klare Haltung und sein grosses Engagement für die Kollegialität und die Suche nach konsensualen Lösungen, gerade bei schwierigen Dossiers.

Synodalrat Martin Burkhard informierte über die Aktivitäten der Kantonalkirche im Rahmen des Verbundes CEVAA, einer Vereinigung französischsprachiger Kirchen aus Staaten des Nordens und des Südens. Die Organisation wird 2020 turnusgemäss ihre Generalversammlung in der Westschweiz abhalten. Die Vereinigung finanziert unter anderem die theologische Ausbildung von Frauen, den Austausch von Amtsträgern und Stipendien für Studierende. Sie unterstützt dafür 50 Projekte in den verschiedensten Regionen der Welt, z.B. in Sambia und Polynesien. Die Freiburger Kirche ist in diesem Netzwerk besonders aktiv.