Facebook
Ev.-ref. Kirche des Kantons Freiburg

Jolande Roh

Pressemitteilung der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Freiburg vom 14. März 2019

Synode vom 28.02.2019<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-fr.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>544</div><div class='bid' style='display:none;'>3965</div><div class='usr' style='display:none;'>4</div>

Synode der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Freiburg (ERKF) vom 28. Februar 2019 in Grangeneuve
Die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Freiburg (ERKF) fand am 28. Februar 2019 in Grangeneuve statt. Auf Antrag der Ordinationskommission wurde die Aufnahme in den Kirchendienst von Pfarrerin Andrea Sterzinger (Weissenstein-Rechthalten) und Pfarrer Martin Nouis (Môtier-Vully) bestätigt. In einer feierlichen Zeremonie wurden die beiden in den freiburgischen Kirchendienst aufgenommen.

Ein neues Reglement für die Fonds der Synodalkasse wurde in der Schlussabstimmung diskussionslos gutgeheissen. Zwei vakante Sitze in der Ordinationskommission wurden durch das Ende letzten Jahres in den Synodalrat gewählte Pfarrerin Katrin Bardet (Kirchgemeinde Ferenbalm) und den ehemaligen Synodalrat Pfarrer Andreas Hess (Kirchgemeinde Meyriez) ergänzt.

Im Rahmen der Budgetdebatte vom Dezember 2018 hatte eine Gruppe von Synodalen aus dem Sensebezirk einen Vorstoss eingereicht, der den Synodalrat zur Einführung einer Ausgabenbremse auffordert. Bereits der Voranschlag 2020, der diesen Frühling aufgestellt wird, soll gegenüber dem aktuellen Budget 2019 entweder ausgeglichen oder sogar positiv schliessen, so die Vorgabe. Der Vorstoss war eine Reaktion auf den steigenden Aufwand der Synodalkasse.
Eine Aufstellung der letzten Jahre zeigt, dass die Ausgaben in den Jahresrechnungen ab 2013 bis zum Budget 2019 tatsächlich von 2,08 auf 2,48 Millionen Franken zugenommen haben. Allerdings hat die Synodalkasse im beobachteten Zeitraum jede Jahresrechnung positiv abgeschlossen.
Die treibenden Faktoren des proportional steigenden Aufwands sind laut Synodalratspräsident Pierre-Philippe Blaser neben der Zunahme der Mitglieder der Kantonalkirche – die notabene mit dem allgemeinen Bevölkerungswachstum im Kanton einhergeht – auch zunehmende Verpflichtungen wie z.B. die Einrichtung von zusätzlichen kantonalen Seelsorgestellen sowie mehrere bedeutende Projekte. Ausserdem seien die Kosten für die allgemeine Verwaltung der Kantonalkirche und für die Synoden angestiegen – unter anderem, weil viele Entscheide der Synode bedeutende Ausgaben nach sich gezogen haben.
Synodalratspräsident Blaser unterstrich, dass des entsprechenden kirchlichen Reglementationen sowie die Hinweise der Finanzkommission dem Synodalrat ein vorsichtiges und verhältnismässiges Handeln vorschreiben. So verlaufe die Entwicklung kontrolliert.
Eine Neuregelung wäre kontraproduktiv und überflüssig. Es seien keine weiteren Massnahmen nötig.
Mehrere Synodale äusserten sich selbstkritisch und gegen die Ausgabenbremse. Das Parlament der Kantonalkirche habe es selbst in der Hand, die Ausgaben zu beeinflussen. Man müsse sich bewusst sein, dass die Entscheidungen der Synode oft direkte Kostenfolgen hätten. Die Synode folgte nach kurzer Diskussion der Linie des Synodalrates und lehnte die Einführung einer Ausgabenbremse grossmehrheitlich ab.

Der Synodalrat hat anlässlich der Synode einen Vorstoss der Kirchgemeinde Châtel-St-Denis – La Veveyse für die Einrichtung von vorberatenden Kommissionen angenommen. Der Antrag fordert die Einsetzung von temporären vorberatenden Kommissionen bei komplexeren Vorlagen. Die Begründung der Initianten: Der Erlass und Revisionen von Reglementen haben in der Vergangenheit langwierige und mitunter frustrierende Diskussionen ausgelöst.
Der Bedarf nach ausgereiften Vorlagen ist breit anerkannt. Zugleich wurden in der Debatte aber Befürchtungen geäussert, dass die Synode an den Vorlagen nichts mehr ändern könnte. Synodalratspräsident Blaser würdigte in seiner Stellungnahme die Arbeit der Synode. Diese erfüllt vielfältigen Aufgaben als Legislativ-, Entscheid- und Kontrollgremium. Die fachtechnischen Diskussionen im Plenum seien eine Folge des Fehlens einer Justizkommission, wie sie etwa das kantonale Parlament oder das katholische Kirchenparlement kennen. Grundsätzlich begrüsst der Synodalrat Lösungen, welche die Arbeit in der Synode voranbringen. Aber er hält es für wichtig, dass Thema nach der Vorberatung im Plenum ausführlich erörtert werden.

Der Synodalrat hat sich verpflichtet, ein klares Statement der Freiburger Kantonalkirche zugunsten der Konzernverantwortungsinitiative abzugeben. Diese will die international tätigen Unternehmen zu mehr Respekt gegenüber den Menschenrechten und der Umwelt verpflichten. Ein entsprechender Antrag im Rahmen der Synode rannte beim Synodalrat deshalb offene Türen ein. So äussert sich die Freiburger Kirche auf ihrer Homepage ausdrücklich zugunsten der Initiative. Es ist wichtig und richtig, dass eine Kirche die allgemeingültigen Menschenrechte der UNO vertritt. Die Freiburger Protestanten nehmen mit ihrer Resolution ihre Verantwortung zugunsten der Schöpfung wahr. Die Initianten erklärten sich mit der Antwort und den schon angestossenen Aktivitäten des Synodalrates sehr zufrieden.

Am 5. Juni 2020 will die Freiburger Kantonalkirche zusammen mit ihren Kirchgemeinden und der katholischen Schwesterkirche an der Langen Nacht der Kirchen teilnehmen.