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Ev.-ref. Kirche des Kantons Freiburg

Jolande Roh

Frauenstreik: Der Synodalrat im Gespräch

Gespräch 2<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenweb.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>19</div><div class='bid' style='display:none;'>381</div><div class='usr' style='display:none;'>24</div>

Bei seiner ersten Sitzung im Juni hat der Synodalrat sich Zeit genommen, um über den Frauenstreik zu diskutieren. Die Antworten unten zeigen verschiedenen Meinungen und Sichtweisen auf.
1) Wie wird der Frauenstreik innerhalb der protestantischen Gemeinschaft gesehen? (aus Sicht der Männer und der Frauen)
Bei gesellschaftlichen Themen akzeptiert die protestantische Gemeinschaf verschiedenen Sichtweisen, setzt sich mit ihnen auseinander und diskutiert darüber: Weder zu diesem noch zu einem anderen Thema bezieht sie abschliessend Stellung! Zu den Themen Gleichberechtigung und Diskriminierung der Frauen jedoch solidarisiert sich die protestantische Gemeinschaft mit den Frauen.

2) Werden die protestantischen Frauen in der Schweiz am Streik teilnehmen? Gibt es organisierte gemeinschaftliche Aktionen?
Sicher werden protestantische Frauen daran teilnehmen, sei es als Einzelperson oder in einer organisierten Gruppe.

3) Welche Forderungen stellen die protestantischen Frauen am Streiktag an die Kirche?
Bei der protestantischen Kirche sind in Sachen Gleichstellung bereits viele Anstrengungen erfolgreich unternommen worden. Frauen, die beruflich in der Kirche engagiert sind oder in ein Amt gewählt wurden, äussern sich zufrieden: Sie fühlen sich sowohl in Kompetenz- wie auch in Lohnfragen und auch im Bezug auf Anstellungsbedingungen den männlichen Kollegen gleichgestellt.

4) Sind die feministischen Forderungen innerhalb der reformierten Gemeinschaft angebracht?
Ja, denn sie sind vor allem Zeichen der Solidarität mit den Frauen, die in anderen religiösen Gemeinschaften, anderen Berufszweigen, anderen Ländern benachteiligt werden.

5) Gibt es auch Streitgespräche? Wenn ja, zu welchen Themen: Wo liegen die Grenzen der Forderungen?
Streitgespräche entstehen vor allem zur Frage, wie Probleme aufgezeigt und angegangen werden sollen. Manche Frauen engagieren sich lieber aktiv für ihre Forderungen (Streik, Demonstrationen, Slogans usw.); andere wiederum bevorzugen dafür entsprechende Organisationen (etwa den Christlichen Friedensdienst) oder ein politisches Mandat. Diese unterschiedlichen Ansätze sind oft Anlass für Streitgespräche, obwohl man sich im Grundsatz einig ist.

6) Wie würden Sie die Stellung der Frau im heutigen Protestantismus beschreiben?
In aller Bescheidenheit sehen sich die Protestanten anderen Religionen in Sachen Gleichstellung und „Austauschbarkeit“ der Geschlechter voraus. Ein Prinzip, das im Übrigen ins Kirchenrecht zahlreicher Kantonalkirchen und in die neue Kirchenverfassung des SEK aufgenommen wurde. Trotzdem müssen noch einige diskriminierende Altlasten ausgeräumt werden.