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Ev.-ref. Kirche des Kantons Freiburg

Jolande Roh

Pressemitteilung der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Freiburg vom 24. September 2019

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Synode der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Freiburg (ERKF) vom 21. September 2019 in den Räumlichkeiten der Orientierungsschule der Region Murten
Kirchenaustritte: Ein Schicksal? Oder wie man für den Rest seines Lebens Mitglied bleibt.

Einen Vormittag lang befasste sich die Synode der ERKF mit dem Thema der Kommunikation von Verantwortlichen einer Kirchgemeinde mit deren eher kirchenfernen Mitgliedern, mit dem Ziel, dass sich diese der spirituellen Gemeinschaft wieder stärker verbunden fühlen.
Hintergrund für dieses Thema war folgende Feststellung: Unsere Lebensführung, die durch eine Individualisierung der Aktivitäten und eine Vervielfachung der Freizeitangebote geprägt ist, sorgt dafür, dass sich die Verbindung zur spirituellen Gemeinschaft nicht mehr automatisch einstellt. Die Glaubensvielfalt und Angebote zur persönlichen Entwicklung, die ebenso unseren sozialen Kontext charakterisieren, können sogar in Konkurrenz zu den Bindungen eines Menschen zu seiner Kirchgemeinde treten oder diese lockern – bis zu dem Punkt, an dem einige Reformierte ihre Zugehörigkeit hinterfragen und dann gelegentlich zu der Entscheidung kommen, aus der Kirche auszutreten, ohne es auch nur wirklich zu wissen, warum, sagte der Referent.

Um sich dieser Situation anzunehmen, haben die in der Synode vertretenen Kirchgemeinden in Diskussions-Workshops nach Lösungen gesucht. Verschiedene Ansätze wurden erörtert:
- Bemühen um ein besseres Verständnis für die heutige Welt;
- Förderung der Werte des reformierten Glaubens;
- Stärkung der Beziehung zu eher kirchenfernen Mitgliedern mittels kurzer Mitteilungen;
- Verbesserung der Qualität dieser Beziehungen;
- Bewertung der Auswirkung einer grossen Kulturveranstaltung.

Die Konferenz des Religionssoziologen Christophe Monnot präsentierte das Werk des Autors Charles Taylor über die Säkularisierung unserer westlichen Gesellschaften. Diese auf mehreren Ebenen wahrnehmbare Säkularisierung verändert das Verhältnis unserer Zeitgenossen zum religiösen Glauben.
Weit davon entfernt, das Interesse an der Spiritualität zu verlieren, sind sie auf der Suche nach Erfahrungen und Erfüllung. Auf ihrer Suche gehen sie nicht mehr automatisch durch die traditionellen Sinnesinstitutionen, die die Kirchen sind.
Ohne sich zu verleugnen, haben die Kirchen Recht, neue Sprachen und neue Formen der Gestaltung von Feiern zu schaffen, um sich kulturell in der Welt unserer Zeitgenossen zu verankern. Sie dürfen jedoch nicht das volle Gewicht der Säkularisierung auf ihren Schultern tragen und die Veränderungen in unserer Zivilisation zur Kenntnis nehmen.

Nach dem Vortrag von Soziologieprofessor Christophe Monnot kehrten die Synodalen zurück in die Arbeitsgruppen, die von erfahrenen Kennern der angekündigten Themen geleitet wurden. So entwickelte sich ein Vormittag lebhafter Diskussionen. Bereichert durch den Gedankenaustausch und gestärkt in dem Gefühl, ihre Sorgen teilen zu können, reisten die Synodalen mit neuen Ideen und neuen Projekten ab, die es auf Kirchgemeindeebene, wo nötig mit Unterstützung der Kantonalkirche, umzusetzen gilt.