Evang.-ref. Kirche des Kantons Freiburg

Medienmitteilung vom 20. März 2012 der Evangelisch – Reformierten Kirche des Kantons Freiburg

Ausserordentliche Synode vom 17. März 2012 der Evangelisch – Reformierten Kirche des Kantons Freiburg im Zentrum Löwenberg, Murten
„Befristete Dienstverhältnisse“ statt „Amtszeiten“

Die Synode der Reformierten Kirche Freiburg hat die Artikel der Kirchenordnung zu Wahl und Anstellung ihrer Amtsträgerinnen und Amtsträger überarbeitet. Befristete, beidseitig kündbare Dienstverhältnisse sollen die bisherigen Amtsperioden ablösen.

Nach der Wahl einer Amtsperson stellt sich ab und zu heraus, dass die Kirchgemeinde und diese Pfarrerin oder dieser ‚Diacre’ doch nicht zusammenpassen. Heute kann ein Pfarrer in diesem Fall jederzeit kündigen. Die Kirchgemeinde dagegen muss das Ende der Amtszeit abwarten, bis eine Trennung möglich wird. Und das kann lange dauern, wenn keine massiven Probleme nachzuweisen sind; denn die Amtsdauer beträgt sieben Jahre. In besonderen Fällen kann in der ersten Amtszeit eine Bestätigungswahl nach drei Jahren angeordnet werden.
Anlässlich der ersten Lesung der Teilrevision der Kirchenordnung ändert die Synode die Bestimmungen zur Wahl und Anstellung von Amtspersonen: Aus einer Erstwahl erwächst künftig ein befristetes Dienstverhältnis von zwei Jahren und aus einer Wiederwahl eines von fünf Jahren. Beide Seiten können übereinkommen, das Verhältnis wieder zu lösen. Dabei müssen die Amtsperson und die Kirchgemeindeversammlung eine Kündigungsfrist von sechs Monaten einhalten.

Schnittfläche Freiburg
Auf dem Weg zu diesen Beschlüssen hatten die Delegierten viel zu bedenken und zu diskutieren. Denn in der Freiburger Kirche stossen verschiedene Traditionen zur Ausbildung, Ordination, Wählbarkeit und Aufnahme in den Kirchendienst von Amtsträgern aneinander: Die Praxis in den reformierten Kirchen im Welschland, im Verband Bern-Jura-Solothurn, im Konkordat der Deutschschweizer Kirchen und Einflüsse aus verschiedenen Kirchen im Ausland. Weil dazu auch Fragen des Zivilrechts, des Obligationenrechts und der Berufsstände eine Rolle spielen, war der Weg zu einer einheitlichen Regelung für die unterschiedlichen Regionen des Kantons eine grosse Herausforderung.
Weniger zu reden gaben die Artikel über die Stellvertretung bei Absenzen und über die pädagogischen Mitarbeitenden. Neu sollen Katechetinnen und Katecheten mit einer anerkannten Fachausbildung in einem Gottesdienst beauftragt werden.

Nächste Termine: 31. März und 12. Mai (Revision); Frühlings-Synode mit Wahlen (Synodalrat): 4. Juni 2012
Autor: jolande roh     Bereitgestellt: 21.03.2012    
 
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