Medienmitteilung der ERKF vom 01.07.2026 zur Gesprächsynode vom 27.06.2026 in Murten

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Schutz der persönlichen Integrität: Reformierte Kirche Freiburg stärkt und fördert ihre Kultur der Achtsamkeit und des Respekts

Am 27. Juni 2026 versammelten sich die Synodalen der ERKF zur Gesprächssynode in der Orientierungsschule Murten.

Spirituelle Einstimmung auf ein bedeutsames Thema
Den Auftakt bildete eine Einführungsmeditation von Pfarrerin Sabine Handrick aus der Kirchgemeinde Düdingen. Sie stimmte die Anwesenden behutsam auf die Thematik ein und schuf damit den Raum für ein offenes und vertrauensvolles Gespräch.

Nähe braucht Grenzen – Impuls aus der Praxis

Karin Iten von der Organisation «Machtraum» gestaltete einen interaktiven Impuls, der die Synodalen direkt in die Auseinandersetzung mit dem Thema führte. Ihre zentrale Botschaft: Nähe ist im kirchlichen Kontext ein wichtiger und wertvoller Bestandteil der Gemeinschaft, aber sie erfordert klare Grenzen. Wo diese Grenzen liegen, ist nicht immer eindeutig. Anhand eines konkreten Modells arbeiteten die Synodalen in Gruppen verschiedene Situationen durch und stellten dabei fest, dass sich viele davon von aussen nicht eindeutig einordnen lassen. Gerade deshalb sei es zentral, solchen Fragen in den Kirchgemeinden den nötigen Raum zur Diskussion zu geben.

Betroffene kommen zu Wort – Präsentation der «Association Dignity»
Unmittelbar vor der Pause stellten Camille Chollet und Carine Verdon die «Association Dignity» vor. Der 2023 gegründete gemeinnützige Verein aus der Westschweiz engagiert sich für Erwachsene, die sexuelle Gewalt erlebt haben. Er setzt sich dafür ein, das Schweigen zu brechen und das Thema, gerade auch im kirchlichen Umfeld, zu enttabuisieren. Im Anschluss an die Präsentation gab der Trailer zum Dokumentarfilm «Dignité», in dem Betroffene persönlich zu Wort kommen, einen bewegenden Einblick in die Arbeit des Vereins und in die Erfahrungen der Menschen, für die er sich einsetzt.

Krisenbereitschaft als Verantwortung der Organisation
Laure Lambelet von „ESPAS“ zeigte in ihrem Referat auf, dass Organisationen gut beraten sind, sich proaktiv auf Krisensituationen vorzubereiten. Die Einrichtung eines klar strukturierten Krisenstabs gewährleistet die Handlungsfähigkeit im Falle eines gemeldeten oder bestätigten Vorfalls und verhindert, dass eine Organisation angesichts der Ereignisse handlungsunfähig wird. Zudem erläuterte sie den Zusammenhang zwischen den neurobiologischen Reaktionen, die sowohl die Betroffenen als auch die Institutionen in einer Bedrohungssituation betreffen, und der Fähigkeit, einen Zustand der Erstarrung zu überwinden. Dieses Verständnis bilde eine wichtige Grundlage, um in Krisen professionell und besonnen handeln zu können.

Human Resources als Schutzinstanz – Anforderungen und Verantwortung
In einer abschliessenden Gruppenarbeit diskutierten die Synodalen, welche konkreten Anforderungen an das Personalwesen im Rahmen des Schutzes der persönlichen Integrität gestellt werden. Die Diskussionen verdeutlichten, dass ein wirksames Schutzkonzept nicht nur auf Prävention setzt, sondern auch klare Zuständigkeiten und definierte Handlungsabläufe im HR voraussetzt.

Nächste Schritte: Schulungen und Verhaltenskodex
Pierre-Philippe Blaser, Präsident des Synodalrates, und Synodalrat Benjamin Stupan informierten abschliessend über die konkreten nächsten Schritte zur Umsetzung eines umfassenden Schutzkonzeptes. Im zweiten Semester 2026 werden eintägige Basisschulungen durchgeführt, die sich in einer ersten Phase vorrangig an Amtsträgerinnen und Amtsträger richten. Parallel dazu wird eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um einen Verhaltenskodex auszuarbeiten, der für alle betroffenen Personen gilt.

Die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Freiburg nimmt den Schutz der persönlichen Integrität sehr ernst. Mit konkreten Massnahmen bekräftigt sie ihren Willen, eine Kirchenkultur zu fördern, die auf Respekt, Sicherheit und Verantwortung basiert. Die Gesprächsynode hat dies deutlich gemacht.

Für Rückfragen:
Peter A. Schneider
026 670 45 40,
Gesprächssynode_Synode de discussion 27.06.2026
30.06.2026
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