Interview mit Gilles Vullième, Pastoralpraktikant in Romont

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Diese Interview-Reihe stellt Menschen aus dem evangelisch-reformierten Kontext im Kanton Freiburg vor. Die Fragen werden ausschliesslich schriftlich gestellt und schriftlich beantwortet.
Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen auf einfache, doch aussagekräftige Weise sichtbar zu machen. Durch die feste Struktur der Fragen bleibt das Format einheitlich und leicht umsetzbar.


Zur Person
Nach dem Abschluss seines Masters im Juni 2025 in Theologie an der Protestantischen Theologischen Fakultät Strassburg, absolviert Gilles Vullième seit dem 1. August 2025 ein pastorales Praktikum in der Kirchgemeinde La Glâne-Romont. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

1. Welche Hobbys bereichern Ihr Leben?
Nichts bereichert mein Leben so sehr wie die gemeinsamen Momente mit meiner Familie. Ich verbringe gerne Zeit mit meiner Frau und meinen Kindern, sei es beim Spazieren, einem Ausflug an der frischen Luft oder einfach beim gemütlichen Essen. Diese Augenblicke vertiefen meine familiären Beziehungen und erinnern mich daran, worauf es wirklich ankommt.
Auch Freundschaften sind mir sehr wichtig; ich geniesse es, meine Freunde zu einem guten Essen zu treffen – in Einfachheit und mit Freude am gemeinsamen Teilen. Zu guter Letzt bereitet es mir grossen Spass, mich um meinen Garten zu kümmern. Dieser Ort ist für mich ein wahrer Ort der Erholung – ein Ort der Stille, der Schönheit und der Dankbarkeit, an dem die Arbeit mit der Erde zu einer Form der Meditation wird

2. Welches Buch lesen Sie gerade?
Ich bin kein grosser Leser, aber ich hatte schon immer eine Vorliebe für die Harry-Potter-Saga, die ich gerne von Zeit zu Zeit wiederentdecke. Diese Lektüre lässt mich in eine Welt voller Fantasie, Freundschaft und Mut eintauchen.
Zurzeit lese ich zwei Bücher über die Liturgie des reformierten Gottesdienstes: Le sens du culte [Der Sinn des Gottesdienstes] von Antoine Nouis und Le culte protestant [Der protestantische Gottesdienst], herausgegeben unter der Leitung von Christophe Chalamet und François Dermange. Diese Lektüren nähren meine Überlegungen darüber, wie man heute eine Liturgie leben kann, die sowohl in der Tradition verwurzelt als auch offen für die zeitgenössische Realität ist. Sie begleiten mich auf meiner Suche nach einem Gottesdienst, der das Herz berührt und gleichzeitig dem Evangelium treu bleibt.

3. Welchen Stellenwert hat Kultur für Sie?
Ich muss zugeben, dass ich mich aus Zeitmangel nicht gut in der Kulturszene auskenne. Trotzdem bereitet es mir stets grosse Freude, bei Gelegenheit ein Museum, ein Schloss oder einen geschichtsträchtigen Ort zu besuchen. Diese Momente eröffnen mir die Möglichkeit, den Reichtum des Kulturerbes zu entdecken, meine Neugier zu stillen und die Spuren, die unsere Vorfahren hinterlassen haben, besser zu verstehen. Kultur, auch auf entsprechend wenige Berührungspunkte beschränkt, bleibt für mich eine schöne Art, sich der Welt zu öffnen und ihre Vielfalt zu schätzen.

4. Welche Person hat Sie besonders geprägt?
Eine Person, die mich stark geprägt hat, ist Albert Wendler, ein Christ, den ich als Teenager kennengelernt habe, als er schon älter war. Er berührte mich mit der Einfachheit seines Glaubens, der Beständigkeit seines Gebets und dem inneren Frieden, der ihn trotz aller Prüfungen täglich begleitete. Seine Art, das Evangelium zu leben, ohne sich selbst hervorzutun, sondern mit stillem Vertrauen, hat mich zutiefst inspiriert. Durch ihn entdeckte ich, wie ein demütiger und treuer Glaube ausstrahlen und diejenigen verändern kann, die ihm begegnen.

5. Wie verbinden Sie Glaube und Alltag?
Mein Glaube äussert sich vor allem im konkreten Leben: in den Beziehungen, in den Entscheidungen, in den Verpflichtungen. Als Militärseelsorger und Bürger versuche ich, einen Glauben zu verkörpern, der nicht trennt, sondern verbindet; einen Glauben, der die Würde jedes Einzelnen achtet. In meiner pastoralen Arbeit wie in meinen kommunalen Aufgaben versuche ich, Zuhören, Dienst und Hoffnung miteinander zu vereinen. Gebet und Bibellesung nähren diese Dynamik; sie helfen mir, in der Liebe Gottes verwurzelt zu bleiben, um meinerseits besser zu lieben.

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