Wenn Trump es sagt, muss es stimmen
Während ich diese Zeilen verfasse, erfahre ich, dass ein ehemaliger Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika an die Macht zurückgekehrt ist. Dieser Präsident hat verkündet, er werde «Geschichte schreiben» und «ein neues goldenes Zeitalter für sein Land einläuten».
Das sind sehr gute Nachrichten. Die Menschheit braucht eindeutig fähige Menschen, die den Lauf der Geschichte positiv verändern können. Und wenn dies Personen darüber hinaus vorankündigen, ist das von Vorteil für die Chronisten, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein können, um die Seiten unserer nächsten Geschichtsbücher in Echtzeit zu schreiben.
Was ein goldenes Zeitalter angeht – das, wenn ich mich recht entsinne, einen allgemeinen Vegetarismus, dauerhaften Frieden und Gerechtigkeit, die Überflüssigkeit von Diebstahlschutz und einen ewigen Frühling vereint – so ist ganz klar, dass es für diesen Präsidenten angesichts der aktuellen Situation unseres Planeten und seiner politischen sowie kulinarischen Einstellung durchaus realisierbar sein wird.
Eine weitere frohe Botschaft: Evangelikale Christinnen und Christen haben in grosser Zahl für diesen Präsidenten gestimmt. Sie waren empfänglich für die zentrale und entscheidende Frage des medizinischen Schwangerschaftsabbruchs, die auf jeder Seite der Bibel angesprochen wird.
Ein Beweis dafür, dass sie die alte protestantische Tradition geehrt haben, die dazu aufruft, die Qualität der Informationsquellen zu erwägen und zwischen Wesentlichem und Diskutierbarem zu unterscheiden. Sehr böse Zungen, sicherlich inspiriert von extremen Ideen, behaupten, dieser Präsident habe keine Beweise für seine Aussagen. Das stimmt natürlich nicht. Was er sagt, ist wahr, denn er lügt nicht. Was er sagt, ist wahr, sein angesammeltes Vermögen beweist es. Und falls noch Zweifel bestehen, reicht es, den verbreiteten Zuspruch anzuschauen, den seine Politik in den sozialen Netzwerken geniesst: All diese aufgeklärten Stimmen sollten genügen, uns zu überzeugen. Gleiches gilt für seine Intelligenz. Der Präsident, über den wir hier sprechen, hat keinen IQ-Test gemacht, behauptet aber, er schlage seine Gegner . Auch hier bestehen keine Zweifel. Wenn er das sagt, dann ist es wahr. All diese hervorragenden Nachrichten geben uns zweifellos Grund zur Freude.
Dennoch fühle ich mich zum Zeitpunkt dieser Zeilen leider etwas melancholisch. Liegt es an der Überfülle an frohen Botschaften? Vielleicht. Oder bin ich von folgenden Passagen aus dem Buch der Sprüche beeinflusst, die mit der Situation nichts zu tun haben:
«Wahrhaftige Lippen haben für immer Bestand, eine falsche Zunge aber nur für einen Augenblick.» (12,19)
«Besser wenig mit Gerechtigkeit als reichen Ertrag mit Unrecht.» (16,8);
«Der Spötter liebt es nicht, dass man ihn rügt, zu den Weisen geht er nicht.» (15,12 );
«… die Augen des Dummen schweifen ab bis ans Ende der Erde.» (17,24).
Da diese paar Verse wirklich nichts mit dem Präsidenten zu tun haben, werde ich über andere nachdenken und herausfinden, warum mich diese grundlose Melancholie befällt.
Pierre-Philippe Blaser
Präsident des Synodalrats
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Das sind sehr gute Nachrichten. Die Menschheit braucht eindeutig fähige Menschen, die den Lauf der Geschichte positiv verändern können. Und wenn dies Personen darüber hinaus vorankündigen, ist das von Vorteil für die Chronisten, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein können, um die Seiten unserer nächsten Geschichtsbücher in Echtzeit zu schreiben.
Was ein goldenes Zeitalter angeht – das, wenn ich mich recht entsinne, einen allgemeinen Vegetarismus, dauerhaften Frieden und Gerechtigkeit, die Überflüssigkeit von Diebstahlschutz und einen ewigen Frühling vereint – so ist ganz klar, dass es für diesen Präsidenten angesichts der aktuellen Situation unseres Planeten und seiner politischen sowie kulinarischen Einstellung durchaus realisierbar sein wird.
Eine weitere frohe Botschaft: Evangelikale Christinnen und Christen haben in grosser Zahl für diesen Präsidenten gestimmt. Sie waren empfänglich für die zentrale und entscheidende Frage des medizinischen Schwangerschaftsabbruchs, die auf jeder Seite der Bibel angesprochen wird.
Ein Beweis dafür, dass sie die alte protestantische Tradition geehrt haben, die dazu aufruft, die Qualität der Informationsquellen zu erwägen und zwischen Wesentlichem und Diskutierbarem zu unterscheiden. Sehr böse Zungen, sicherlich inspiriert von extremen Ideen, behaupten, dieser Präsident habe keine Beweise für seine Aussagen. Das stimmt natürlich nicht. Was er sagt, ist wahr, denn er lügt nicht. Was er sagt, ist wahr, sein angesammeltes Vermögen beweist es. Und falls noch Zweifel bestehen, reicht es, den verbreiteten Zuspruch anzuschauen, den seine Politik in den sozialen Netzwerken geniesst: All diese aufgeklärten Stimmen sollten genügen, uns zu überzeugen. Gleiches gilt für seine Intelligenz. Der Präsident, über den wir hier sprechen, hat keinen IQ-Test gemacht, behauptet aber, er schlage seine Gegner . Auch hier bestehen keine Zweifel. Wenn er das sagt, dann ist es wahr. All diese hervorragenden Nachrichten geben uns zweifellos Grund zur Freude.
Dennoch fühle ich mich zum Zeitpunkt dieser Zeilen leider etwas melancholisch. Liegt es an der Überfülle an frohen Botschaften? Vielleicht. Oder bin ich von folgenden Passagen aus dem Buch der Sprüche beeinflusst, die mit der Situation nichts zu tun haben:
«Wahrhaftige Lippen haben für immer Bestand, eine falsche Zunge aber nur für einen Augenblick.» (12,19)
«Besser wenig mit Gerechtigkeit als reichen Ertrag mit Unrecht.» (16,8);
«Der Spötter liebt es nicht, dass man ihn rügt, zu den Weisen geht er nicht.» (15,12 );
«… die Augen des Dummen schweifen ab bis ans Ende der Erde.» (17,24).
Da diese paar Verse wirklich nichts mit dem Präsidenten zu tun haben, werde ich über andere nachdenken und herausfinden, warum mich diese grundlose Melancholie befällt.
Pierre-Philippe Blaser
Präsident des Synodalrats
Newsletter - Inhaltsverzeichnis
Editorial
Wechsel am HFR Riaz
Letzte Synode: Bestandesaufnahme und Stärkung
Schwerpunkt Thema: Freiwilligenarbeit
Lange Nacht der Kirchen 2025
Wenn Trump es sagt, muss es stimmen
BREF 2024
Unvergessliche Woche in Taizé
Der Stolperengel. Funkelnagelneue Weihnachtsgeschichten
Projekt „Mini Decki“ in St. Antoni
Medientipps aus dem Dokumentationszentrum der PH Freiburg
Wechsel am HFR Riaz
Letzte Synode: Bestandesaufnahme und Stärkung
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Lange Nacht der Kirchen 2025
Wenn Trump es sagt, muss es stimmen
BREF 2024
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Projekt „Mini Decki“ in St. Antoni
Medientipps aus dem Dokumentationszentrum der PH Freiburg