Der Stolperengel. Funkelnagelneue Weihnachtsgeschichten
Eine Literaturempfehlung aus der Fachstelle Bildung
Zum Glück gibt es immer wieder Bücher, die besser sind als ihre reisserischen Titel, respektive Untertitel. Neu sind die 24 Geschichten, die Susanne Niemeyer in einem von Nina Hammerle originell illustrierten Büchlein vereint zwar, aber sie zeichnen sich gerade dadurch aus, dass sie die glitzernde Oberfläche von Weihnachten in Frage stellen und aus ganz verschiedenen Blickwinkeln auf unser Weihnachtsbrauchtum und auch auf die biblische Überlieferung schauen. Da ist zum Beispiel die Geschichte „Maria sagt Nein“, die uns eine Maria vorstellt, die sich ihrer Bestimmung nicht fraglos fügen will; oder das Gedankenexperiment „Herberge 2.0“ in dem die Engel die Geburt eines zweiten Erlösers vorbereiten sollen und daran scheitern, einen Ort für dieses Geschehen zu finden:
„Die Geschichte kommt mir irgendwie bekannt vor“, murmelt der Chef des (himmlischen) Krisenstabs. „Was ist mit den Kirchen? Wenn jemand zuständig ist, dann doch wohl sie. Haben die sich denn noch gar nicht gemeldet?“ Der Pressegel wühlt in einem grossen Stapel Post. […] „Doch, hier. Die Katholischen fragen, ob die Mutter Jungfrau ist.“ „Wie indiskret. Und die Evangelischen?“ „Sind grundsätzlich offen, wollen aber erst diskutieren. Auf Synoden und in Steuergruppen.“ „Da können wir mit einer Entscheidung nicht vor 2050 rechnen. Haben wir irgendwelche anderen Kirchen?“ Der Presseengel blättert weiter: „Eine Freikirche wäre bereit, eine Krippe aufzustellen und ein Musical zu schreiben, sofern sich Gott wortgetreu an die Prophezeiung der Bibel hält.“ (aus: Herberge 2.0, S. 149)
Rund die Hälfte der Geschichten verbleiben aber in durchaus irdischen Gefilden und thematisieren Weihnachten als Stammtischgespräch, oder als Einsatzort für KI, das heisst für den Roboter Personal Celebrator...
Wer witzige, schräge und manchmal auch etwas freche Geschichten mag, kommt mit diesem Buch sicher auf seine Rechnung - aber eben auch ins Nachdenken. Zum Beispiel über den Rat, sich den Konjunktiv gut zu merken: „Der Konjunktiv zeigt dir, wie die Welt sein könnte, wenn sie wäre, wie sie sein sollte.“ (aus: Zwinkerjesus, S. 83)
Niemeyer Susanne; Der Stolperengel. Funkelnagelneue Weihnachtsgeschichten. Herder Verlag 2024
Franziska Grau Salvisberg
Co-Leiterin kantonale Fachstelle Bildung
Newsletter - Inhaltsverzeichnis
Zum Glück gibt es immer wieder Bücher, die besser sind als ihre reisserischen Titel, respektive Untertitel. Neu sind die 24 Geschichten, die Susanne Niemeyer in einem von Nina Hammerle originell illustrierten Büchlein vereint zwar, aber sie zeichnen sich gerade dadurch aus, dass sie die glitzernde Oberfläche von Weihnachten in Frage stellen und aus ganz verschiedenen Blickwinkeln auf unser Weihnachtsbrauchtum und auch auf die biblische Überlieferung schauen. Da ist zum Beispiel die Geschichte „Maria sagt Nein“, die uns eine Maria vorstellt, die sich ihrer Bestimmung nicht fraglos fügen will; oder das Gedankenexperiment „Herberge 2.0“ in dem die Engel die Geburt eines zweiten Erlösers vorbereiten sollen und daran scheitern, einen Ort für dieses Geschehen zu finden:
„Die Geschichte kommt mir irgendwie bekannt vor“, murmelt der Chef des (himmlischen) Krisenstabs. „Was ist mit den Kirchen? Wenn jemand zuständig ist, dann doch wohl sie. Haben die sich denn noch gar nicht gemeldet?“ Der Pressegel wühlt in einem grossen Stapel Post. […] „Doch, hier. Die Katholischen fragen, ob die Mutter Jungfrau ist.“ „Wie indiskret. Und die Evangelischen?“ „Sind grundsätzlich offen, wollen aber erst diskutieren. Auf Synoden und in Steuergruppen.“ „Da können wir mit einer Entscheidung nicht vor 2050 rechnen. Haben wir irgendwelche anderen Kirchen?“ Der Presseengel blättert weiter: „Eine Freikirche wäre bereit, eine Krippe aufzustellen und ein Musical zu schreiben, sofern sich Gott wortgetreu an die Prophezeiung der Bibel hält.“ (aus: Herberge 2.0, S. 149)
Rund die Hälfte der Geschichten verbleiben aber in durchaus irdischen Gefilden und thematisieren Weihnachten als Stammtischgespräch, oder als Einsatzort für KI, das heisst für den Roboter Personal Celebrator...
Wer witzige, schräge und manchmal auch etwas freche Geschichten mag, kommt mit diesem Buch sicher auf seine Rechnung - aber eben auch ins Nachdenken. Zum Beispiel über den Rat, sich den Konjunktiv gut zu merken: „Der Konjunktiv zeigt dir, wie die Welt sein könnte, wenn sie wäre, wie sie sein sollte.“ (aus: Zwinkerjesus, S. 83)
Niemeyer Susanne; Der Stolperengel. Funkelnagelneue Weihnachtsgeschichten. Herder Verlag 2024
Franziska Grau Salvisberg
Co-Leiterin kantonale Fachstelle Bildung
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Editorial
Wechsel am HFR Riaz
Letzte Synode: Bestandesaufnahme und Stärkung
Schwerpunkt Thema: Freiwilligenarbeit
Lange Nacht der Kirchen 2025
Wenn Trump es sagt, muss es stimmen
BREF 2024
Unvergessliche Woche in Taizé
Der Stolperengel. Funkelnagelneue Weihnachtsgeschichten
Projekt „Mini Decki“ in St. Antoni
Medientipps aus dem Dokumentationszentrum der PH Freiburg
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Lange Nacht der Kirchen 2025
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