Es werden wieder Tage sein

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Eine Literaturempfehlung aus der Fachstelle Bildung

Fast zehn Jahre nach ihrem letzten Buch hat die Luzerner Dichterin und Theologin Jacqueline Keune neue poetische Texte veröffentlicht. Der schmale Band trägt den Untertitel «Texte zwischen Trümmern und Träumen» und im Klappentext lesen wir, dass die Gedichte und Gebete vorab das Zeitgeschehen thematisieren: «Der russische Krieg gegen die Ukraine hat Jacqueline Keune wie kein anderes politisches Geschehen ihres bisherigen Lebens bewegt und beteiligt. Viele der vorliegenden Texte sind Versuche, die eigene Fassungslosigkeit zu fassen und wieder Sprache zu finden, wo es diese verschlagen hat. Sprache für das, was zornig macht, was mitunter schier verzweifeln lässt, was Zuversicht webt und Widerstand weckt.»

Wie gewohnt zeichnet sich Keunes Dichten durch eine grosse Alltagsnähe und Konkretheit aus, sie spricht Unrecht und Schrecken schonungslos an, bezieht Stellung und scheut sich nicht vor Parteilichkeit. Und doch sind ihre Gedichte und liturgischen Texte von einem tiefen Glauben, einer trotzigen Hoffnung und einem unerschütterlichen Dennoch - so ein Gedichttitel - geprägt. Unübertroffen poetisch und berührend sind für mich Keunes Segens-Texte, in denen meist ein paar Substantive (Sehnsucht, Güte, Kraft, Liebe, Hoffnung, Recht, Frieden, das Neue) verwoben mit wenigen Verben (träumen, staunen, atmen, liegen, leuchten, reden, reifen) genügen, um auch das Unsagbare zum Klingen zu bringen.

Franziska Grau Salvisberg
Co-Leiterin kantonale Fachstelle Bildung

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