Die Umsetzung unserer Standards kontinuierlich verbessern

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Gesunde Beziehungen aufrechterhalten
Ob es nun um Feiern, Beistand, Zuhören oder Weitergabe geht, das kirchliche Leben entsteht durch menschliche Begegnungen, und diese sind zahlreich und vielfältig.
In den allermeisten Fällen finden die Interaktionen in der Kirche in einem gesunden, angenehmen und wohlwollenden Klima statt. So kann das Evangelium in Wort und Tat gelebt werden: Die am Leben der Kirche Beteiligten – Nutzniessende oder Missionsbeauftragte – finden in ihrem Einsatz Sinn, Motivation und Stärkung. Die Teilnahme am Leben einer Kirchgemeinschaft bereichert das persönliche und gesellschaftliche Leben. Erinnern wir uns nur an den enormen Anteil von Freiwilligenarbeit in den Kirchgemeinden, der zeigt, was alles in der Gemeinschaft geteilt werden kann: Besuche, Mahlzeiten, Feste, Veranstaltungen… Und in jüngster Zeit hat die Begleitung der Kirche während den Katastrophen in Crans-Montana und Kerzers, die das Land leider erschüttert haben, auch gezeigt, dass unsere Kirchen, unsere Dienste und unsere Gemeinschaften ein wahrer Zufluchtsort und eine echte Kraft des Trostes für unsere gesamte Bevölkerung sind. » www.radiofr.ch/fribourg/podcasts/58744

Anzugehende Ausnahmen
Leider kommt es manchmal vor, dass sich Menschen verlaufen oder Interaktionen schiefgehen: ungelöste Konflikte, Machtmissbrauch, Respektlosigkeit, sexueller Missbrauch. Es handelt sich zwar um Einzelfälle, aber selbst in geringer Zahl haben sie keinen Platz in der Kirche. Woanders auch nicht. Sie müssen daher unbedingt erkannt, angesprochen und korrigiert werden. Und schliesslich nicht mehr geschehen.
Unsere Kirchen führen den Kampf gegen Missbrauch bereits an verschiedenen Fronten (Schulung, Personalwesen, Disziplinarmassnahmen), aber sie können sich noch verbessern. In Zukunft müssen entsprechende Fälle noch schneller erkannt, identifiziert und behandelt werden. Die Opfer müssen auch schnell wissen, an wen sie sich wenden können.
Aus diesem Grund hat die Evangelisch-reformierte Kirche der Schweiz ein Dokument mit dem Titel «Schutz der persönlichen Integrität: Grundlagen und Standards» ausgearbeitet und verabschiedet, damit alle Kantonalkirchen ein gemeinsames Vokabular haben, sich dieselben Ziele setzen und einheitliche Strukturen schaffen.
Vor diesem Hintergrund hat unsere Synode die Thematik auch für ihre Vertiefungs- und Diskussionssitzung am 27. Juni 2026 gewählt. Damit ist eine weitere Möglichkeit geschaffen, sich dieses Thema anzueignen, es zu verstehen und gemeinsam zu überlegen, wie man damit umgehen kann.

Ein fortwährender Kampf
Natürlich hat unser Synodalrat nicht das Einschreiten der Evangelisch-reformierten Kirche der Schweiz abgewartet, um sich mit dem Thema zu befassen. Er liess keine Meldungen durch, ohne zu handeln. Diese Meldungen waren zwar selten, aber unser Kollegium nahm die ihm bekannt gewordenen Informationen immer sehr ernst und nahm seine Verantwortung wahr, damit im Rahmen der Untersuchungsmöglichkeiten unverzüglich Entscheidungen dokumentiert und erforderliche Massnahmen ergriffen werden konnten.
Die Mittel zur Bekämpfung sind vorhanden und werden bereits eingesetzt. Es geht darum, ihre Effizienz weiter zu steigern und vor allem diesen «Kampf» in der Kultur unserer gesamten Institution zu verankern. Damit jeder und jede in der Lage ist, sehr schnell zu prüfen, ob sein Verhalten angemessen ist oder nicht und ob das, was er oder sie erlebt, passend ist oder nicht. Denn das Konzept zum Schutz der persönlichen Integrität, das wir stärken werden, wird seinen Zweck nicht erfüllen, wenn es nicht mit der uneingeschränkten Entschlossenheit einhergeht, möglichen Missbrauch im eigenen Umfeld und um sich herum aufzudecken.

Pierre-Philippe Blaser
Präsident des Synodalrats


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